f-2.org - photography with open eyes 2004/1

2004-01-14

Digitaloptionen für alte manuelle Kamerasysteme

Benutzer von älteren manuell zu fokussierenden Kamerasystemen, die eine digitale Option für ihr Kamerasystem wollen, müssen nicht mehr verzweifeln. Jedenfalls so lange ihr Kamerasystem entweder auf M42 Schraubanschluss oder auf einem Bajonettanschluss von Contax/Yashica (AE und MM), Leica (R und Visoflex) oder Olympus basiert.

Verlinkt ist die Seite eines Herstellers (allerdings nur in Kleinserien) von Adaptern mit denen die oben genannten Bajonette an Canon EOS Kameras angeschlossen werden können. Möglich wird das durch das sehr niedrige Auflagemaß des Canon EOS Bajonettes und den recht weiten Bajonettschnitt. Dadurch ist diese Adaption überhaupt erst möglich - bei anderen Kamerasystemen muss oft der Body oder das Objektiv umgebaut werden, bei Canon bleibt genug Platz zwischen Bajonett und Objektiv da noch einen Adapter zwischenzupacken.

Natürlich geht man einige Kompromisse ein mit diesem Adapter. Die Objektive bleiben natürlich weiterhin manuell zu fokussieren, das ist aber sicherlich nicht verwunderlich. Zusätzlich geht aber die Übermittlung der Vorwahlblende verloren. Das bedeutet, das die Kamera im manuellen Belichtungsmodus oder maximal in Zeitautomatik benutzt werden muss. Zur Ermittlung der korrekten Belichtung muss dazu dann am Adapter ein Abblendhebel betätigt werden - die Messung erfolgt also wie in den Zeiten vor der Springblende bei Arbeitsblende. Das ist zwar umständlich, andererseits aber sicherlich verschmerzbar, wenn man dadurch die langsam zusammengekaufte Objektivauswahl weiterverwenden kann.

Wichtig bei der Wahl des EOS Body ist natürlich das dieser eine vernünftige Unterstützung für manuelle Belichtungssteuerung oder Zeitautomatik bietet - meines Wissens trifft das aber auf alle digitalen Bodies zur Zeit zu. Eventuell lohnt es sich einen Body zu wählen der einen Austausch der Mattscheibe ermöglicht, da man dann wieder den guten alten Schnittbildindikator bekommen kann. Ohne diesen wird sonst das Fokussieren unter Umständen etwas haarig.

Wichtig ist sicherlich auch zu überlegen ob die vorhandenen Objektive diesen Aufwand rechtfertigen - wer eh nur ein Standardzoom hat, kommt eventuell besser und billiger weg, wenn er zur Digi-SLR einfach ein Standardzoom dazu nimmt. Aber wer lichtstarke Teles oder andere High-End-Objektive besitzt, wird vielleicht von dieser Option begeistert sein.

Ein weiteres Manko des Adapters ist sicherlich der Preis - die 175 Dollar werden mit Versandkosten und Zoll schnell zu 180 Euro, auch bei heutigem Dollarkurs. Jeder muss halt selber überlegen ob es das wert ist - ich zum Beispiel würde gerne meine Zeiss-Linsen auch mit digialem Body benutzen und werde mir wohl über kurz oder lang einen Adapter dafür zulegen.

Gut, der Hersteller bietet auf der verlinkten Seite auch einen Adapter für Nikon F an EOS an, aber der macht meiner Meinung nach nicht so viel Sinn - Nikon bietet selber brauchbare digitale Spiegelreflexkameras an.

Für ganz Verrückte eröffnen diese Adapter natürlich auch die Möglichkeit, sich von verschiedenen Systemen die passenden Objektive zuzulegen. Die Makroobjektive von Olympus, das 2.8/180 von Zeiss, das 15er von Leica (bzw. indirekt ja Schneider-Kreuznach) ... zwinkerndes Gesicht

Dieser Beitrag ist in Thema: contax digital_photography fotografie leica
veröffentlicht um 15:30:24    #
 
2004-01-04

Hat Leica den Draht zum Markt verloren?

Mike Johnston fragt sich, ob Leica den Draht zu ihrem Produkt verloren haben und macht diesen Zweifel ein ein paar Punkten fest:

  • die R8 ist ihm zu gross und hässlich, zu Un-Leica (ok, da stimme ich ihm zu, die R8 ist hässlich. lachendes Gesicht)
  • die M6 mit dem M3-Sucher ist nicht identisch zum M3-Sucher in der Vergrösserung, sondern leicht abweichend. Ergebnis daraus ist, das nicht beide Augen die gleichen Bilder sehen, dadurch der Effekt der über der Realität schwebenden Sucherrahmen nicht erzielt werden kann. Stimme ich auch zu - wer sich das nicht vorstellen kann, einfach mal eine M3 vors rechte Auge und das linke offen lassen und entspannt in die Welt gucken. Die M3 hat eine 1:1 Vergrösserung bezogen auf unseren Seheindruck, die M6 leider nicht ganz exakt. verärgertes Gesicht
  • die Digilux 2 ist für ihn keine richtige Leica. Ok, da stimme ich nicht generell zu. Klar, der Digichip ist un-Leica - besseres Minoxformat, mehr nicht, dementsprechend saumäßige Schärfentiefe. Aber sie sieht immerhin aus wie eine Leica lachendes Gesicht

Er meint aber dann, das Leica doch den Weg zurück gefunden hat, zu seinen Wurzeln, und führt dafür die Leica MP an. Zur Leica MP habe ich ein leicht gespaltenes Verhältnis - ich mag sie einerseits, aber andererseits ist es auch eine extrem teure Kamera mit ein paar wirklich absurden Features, speziell der Spannhebel (unpraktischer als der zweiteilige der M6, aber immer noch ok) und der alberne Rückspulknopf (selbst mit der überteuerten Futzelkurbel nicht wirklich brauchbar!). Aber in einem stimme ich ihm zu: sie ist wirklich wunderschön.

Ich finde aber das er noch weitere Punkte anbringen könnte:

  • die M7 ist endlich das, was immer von den Leica M gefordert wurde, ein Zeitautomat. Ok, er hat sie erwähnt, aber bei einem Laden wie Leica ist sowas wie die Einführung der Zeitautomatik in die M-Reihe schon eine kleine Revolution!
  • die CM ist eine wunderschöne kleine Sucherkamera. Sie ist - nicht nur durch ihr klasse Objektiv, sondern auch durch ihre Bedienung - wirklich eine Leica, auch wenn natürlich dem Ziel der Kompaktkamera ein paar Opfer gebracht wurden
  • die Digitalrückwand für die Leica R ist zwar ein verrücktes, aber gerade deshalb typisch Leica Produkt. Man denke an so obskure Sachen wie das Naheinstellgerät oder den Visoflex!
  • Leica bringt endlich ein 90er Makorobjektiv für die M raus, das 4/90 mit dem passenden Naheinstellgerät.

Ich finde also durchaus das Leica den Draht zu den Produkten und zum Markt behalten hat. Veränderungen bei Leica sind einfach sehr gemächlich, man kann da nicht den Drive einer Firma Canon oder Nikon erwarten (wobei Leica in den letzten Monaten mehr Aktivität gezeigt hat als Nikon zwinkerndes Gesicht).

Dieser Beitrag ist in Thema: fotografie leica
veröffentlicht um 15:20:48    #
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